RootsTech 2026: Unsere Erfahrung
Letztes Wochenende hatten wir die Gelegenheit, an der RootsTech 2026 teilzunehmen, der weltweit größten Konferenz, die sich der Genealogie und Familiengeschichte widmet. Die Veranstaltung findet jährlich in Salt Lake City statt und wird von FamilySearch organisiert. Seit ihrer ersten Ausgabe im Jahr 2011 ist die Konferenz zum zentralen Treffpunkt der globalen Genealogie-Community gewachsen.
Written by Glenn Henskens
Für alle, die in der Genealogie arbeiten, ist RootsTech mehr als nur eine Konferenz. Es ist der Ort, an dem Forschende, Technologieunternehmen, Archive und genealogische Organisationen zusammenkommen, um Ideen auszutauschen, neue Werkzeuge vorzustellen und über die Zukunft der Familiengeschichtsforschung zu diskutieren. Für uns bei GenealogyDirect war die Teilnahme an der Konferenz eine großartige Gelegenheit, mit anderen in Kontakt zu treten, die dasselbe Ziel verfolgen: genealogische Aufzeichnungen und Fachwissen besser zugänglich zu machen.
Eine wahrhaft globale Veranstaltung
Die Ausgabe von RootsTech 2026, die vom 5. bis 7. März stattfand, zeigte einmal mehr das bemerkenswerte Ausmaß der genealogischen Gemeinschaft. Die Präsenzkonferenz fand im Salt Palace Convention Center in Salt Lake City statt, während ein großer Teil des Programms auch online verfügbar war. Dieses hybride Format ermöglichte Forschenden aus der ganzen Welt die Teilnahme.
Obwohl mehrere tausend Genealogen persönlich in Salt Lake City anwesend waren, erreichte die Konferenz weltweit Hunderttausende von Teilnehmern, wobei die Teilnahme näher an 370.000 Besuchern weltweit lag. Das Programm umfasste Hunderte von Vorträgen und Workshops zu Themen wie Archivforschung, Migrationsstudien, DNA-Analyse und regionaler Genealogie.
Vernetzung mit der Gemeinschaft
Einer der wertvollsten Aspekte von RootsTech ist die Möglichkeit, Menschen aus der gesamten genealogischen Welt zu treffen. Während der Konferenz hatten wir die Gelegenheit, mit professionellen Genealogen, Archivfachleuten, Technologieunternehmen und genealogischen Organisationen aus verschiedenen Ländern zu sprechen.
Diese Gespräche waren sowohl inspirierend als auch ermutigend. Viele der Menschen, die wir trafen, zeigten Interesse an der Idee hinter GenealogyDirect: Forschende mit lokalen Genealogen zu verbinden, die Zugang zu Aufzeichnungen in schwer erreichbaren Archiven haben. In einem Bereich, in dem viele Bestände noch nicht digitalisiert sind und Archive über verschiedene Länder verteilt sind, besteht großes Interesse an Lösungen, die den Zugang zu diesen Materialien erleichtern.
Für uns ging es auf der Konferenz daher nicht nur darum, von anderen zu lernen, sondern auch mögliche Kooperationen und Partnerschaften zu erkunden. Wir führten mehrere vielversprechende Gespräche mit Organisationen, die dieselbe Ambition teilen, genealogische Aufzeichnungen besser zugänglich zu machen und sowohl professionelle als auch Hobby-Genealogen in ihrer Forschung zu unterstützen.
Trends, die die Zukunft der Genealogie prägen
RootsTech bietet außerdem einen einzigartigen Überblick über die Trends, die die Zukunft der Genealogie prägen. Eines der auffälligsten Themen in diesem Jahr war die rasche Entwicklung der künstlichen Intelligenz in der genealogischen Forschung. KI wird zunehmend eingesetzt, um handschriftliche Dokumente zu transkribieren, Namen in historischen Quellen zu identifizieren und Informationen über mehrere Quellen hinweg zu verknüpfen.
Vielleicht noch interessanter ist, wie diese Technologien beginnen, die Entwicklung historischer Narrative zu unterstützen. Durch die Kombination von Informationen aus Kirchenbüchern, Volkszählungsunterlagen, Zeitungen, Militärakten und anderen Archivquellen können KI-Tools Forschern helfen, die Lebensgeschichten von Vorfahren zu rekonstruieren. Anstatt Genealogen isolierte Dokumente zu präsentieren, helfen diese Systeme dabei, Personen in einen breiteren historischen Kontext zu stellen und Migrationsmuster, Berufe sowie die sozialen Umfelder aufzudecken, in denen Familien lebten.
Eine weitere wichtige Entwicklung ist die Verbesserung der Volltextsuche in historischen Archiven. Dank Fortschritten in der Digitalisierung und im maschinellen Lernen können Forschende zunehmend direkt im Inhalt historischer Dokumente suchen, anstatt sich ausschließlich auf traditionelle Register zu verlassen. Dies macht es möglich, Verweise zu entdecken, die zuvor tief in großen Archivbeständen verborgen waren.
DNA-Forschung spielt weiterhin eine wichtige Rolle. Genetische Genealogie wird inzwischen vielfach neben traditioneller dokumentarischer Forschung eingesetzt, um familiäre Beziehungen zu bestätigen und komplexe genealogische Fragestellungen zu lösen.
Schließlich wird die Bedeutung von Zusammenarbeit innerhalb der genealogischen Gemeinschaft zunehmend betont. Viele der neuen Plattformen und Werkzeuge, die auf der RootsTech vorgestellt wurden, sind darauf ausgelegt, Forschende dabei zu unterstützen, Entdeckungen zu teilen, grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten und Familienstammbäume gemeinsam aufzubauen.
Ausblick
Für uns bei GenealogyDirect war die Teilnahme an RootsTech eine inspirierende Erfahrung. Sie bestätigte, wie lebendig und kooperativ die genealogische Gemeinschaft ist und wie viele Menschen auf dasselbe Ziel hinarbeiten: Einzelnen zu helfen, ihre Familiengeschichte zu entdecken und zu verstehen.
Die Gespräche, die wir während der Konferenz führten, eröffneten die Tür zu mehreren potenziellen Partnerschaften und Kooperationen. Wir freuen uns darauf, diese Gespräche fortzusetzen und zu erkunden, wie wir mit anderen Organisationen, Genealogen und Archiven zusammenarbeiten können, um Familiengeschichtsforschung weltweit zugänglicher zu machen.